Karpfenzüchter
Karpfen
Zur Ernährung des Brütlings enthalten die Eier Dotter. Zwischen dem 3. und 8. Tag schlüpft der Brütling mit dem Kopf voran aus der Eihülle und sinkt zu Boden, da die Schwimmblase noch nicht mit einem Gasgemisch gefüllt ist. Nach dem Schlüpfen ernähren sich die jungen Fische vom Dottersack an ihrem Bauch. Ist dieser aufgezehrt, beginnen sie planktische Kleintiere aufzunehmen. Zuerst sind dies kleinere Rädertiere, später dann auch Kleinkrebse. Auch die Jungtiere schwimmen nach dem Schlüpfen auf schnellstem Wege in ihren normalen Lebensraum.
In der Teichwirtschaft erfolgt das Laichen in der Regel künstlich durch die Gabe von Hypophysenextrakt.
Es gibt eine Vielzahl an Formen, die aber alle der Art des "Cyprinus carpio" angehören. Dies sind z.B. die Wildkarpfen, die über ein vollständiges Schuppenkleid und einen spindelförmigen Körper verfügen. Wildkarpfen sind auf die rote Liste der weltweit gefährdeten Arten gesetzt. Des weiteren gibt es noch die Schuppenkarpfen und die Zeilkarpfen. Die Schuppenkarpfen haben ein vollständiges und gleichmäßiges Schuppenkleid, während die Zeilkarpfen eine Reihe gleichgroßer Spiegelschuppen auf den Körperseiten entlang der Seitenlinie haben.
Sehr bekannt ist in den letzten Jahren die bunte Zuchtform "Koi" aus Japan geworden. Sie werden als Zierfische gehalten. Der Name "Koi" steht für das deutsche "Karpfen". Die Kois gibt es in vielen Formen und in verschiedenen Färbungen und Farbmustern sowie mit besonders metallisch glänzenden Schuppenvarianten.
Bei Sportfischern sind Karpfen sehr beliebt, da Karpfen starke Kämpfer sind und sehr groß werden. Im Laufe der Zeit hat sich das Karpfenangeln zu einem etablierten Sport entwickelt, dem viele Angler nachgehen. Je nach Gewässer gelten Fische von über 20 bis 30 Pfund als sehr beachtlicher Fang.
Beim Karpfenangeln ist es weit verbreitet, den Karpfen nach dem Fangen wieder ins Wasser zurück zu lassen. Dies ist mit dem Tierschutz jedoch gar nicht zu vereinbaren, da grundlos einem Wirbeltier Leiden zufügt wird. Schlachten und anschließendes Verzehren ist also erlaubt.
Die Hochburg des Karpfens als Speisefisch in Deutschland ist Franken. Die Landes-Spezialität, der "Aischgründer Karpfen", wird hier in zwei Hälften gespalten, in Mehl gewendet und in Fett gebacken. Bei dieser Art der Zubereitung sind sogar die Flossen knusprig und zum Verzehr geeignet.
Karpfen werden in der Zeit von September bis April gegessen. Dies liegt an der Verfügbarkeit, da in den anderen Monate nicht abgefischt wird.
Der Geschmack des Karpfens ist sehr umstritten. Manche empfinden ihn strohig und fade und andere schätzen sein nussiges Aroma. Der Geschmack des Karpfens ist stark mit der Art der Fütterung und den Haltungsbedingungen verbunden und natürlich mit der Zubereitung und dem persönlichen Geschmack.
Der Karpfen gehört zum Unterstamm der Wirbeltiere, zur Überklasse der Kiefermäuler, zur Klasse der Knochenfische, zur Ordnung der Karpfenartigen und zur Familie der Karpfenfische. Sein wissenschaftlicher Name ist "Cyprinus carpio". Zu dieser Fischgruppe gehören neben dem Karpfen noch ca. 1500 Arten.
Der Karpfen stammt ursprünglich aus Asien. Nach Europa kam er durch die Römer. Im Mittelalter wurde der Karpfen in Klöstern in Teichen gehalten, deren eigentlicher Zweck die Wasserrückhaltung war. Hieraus hat sich die Karpfenteichwirtschaft entwickelt.
Karpfenzuchtgebiete gibt es besonders in Franken im Aischgrund, in der mittleren Oberpfalz sowie in Peitz, Cottbus und in Reinfeld in Holstein. Im südböhmischen Wittingau bei Trobon liegt der größte Karpfenteich. Der Schwarzbeerteich hat eine Fläche von ca. 260 Hektar. Österreichische Karpfengebiete liegen in der südlichen Steiermark und im südlichen Burgenland. Eine bedeutende Karpfenteichwirtschaft ist zudem in Polen, Ungarn, Slowenien und Kroatien sowie Israel und in weiten Teiles Asiens zu finden. Lediglich in Australien ist die Zucht verboten, Grund hierfür ist die warme Witterung.
Ein sehr großer Teil der Teichwirtschaft geht in den Markt für Speisefische. Gerade zu Weihnachen und Silvester ist der Karpfen ein sehr beliebter Speisefisch. Zum Anderen hat die Zucht von Karpfen Bedeutung für die Angelfischerei in freien Gewässern.
Karpfen leben in warmen und flachen Süßgewässern wie Teichen, Baggerseen und langsam strömenden und warmen Bereichen von Flüssen. Die Überwinterung erfolgt in tieferen Bereichen von Seen, die nicht bis zum Grund durchfrieren können. Während der Winterruhe reduzieren Karpfen ihren Stoffwechsel.
Hauptsächlich ernährt sich der Karpfen als Brütling von Zooplankton, als erwachsender Fisch dann von am Boden lebenden Kleinlebewesen wie Insektenlarven, Schnecken und Würmern.
Ein Speisekarpfen ist in der Regel ca. 35 cm lang und hat ein Gewicht von ca. einem Kilo. In Freiheit erreichen Karpfen sogar eine Länge von bis zu 110cm. Seitlich ist der Körper abgeflacht und bestimmte Zuchtformen wie der "Aischgründer" haben einen besonders hohen Rücken. Der Karpfen verfügt über eine Rückenflosse und eine sehr schwach gegabelte Schwanzflosse. Des weiteren hat er 2 kurze und 2 lange Barteln neben dem Maul. In Freiheit können Karpfen bis zu 50 Jahre alt werden, während sie in der Teichwirtschaft normalerweise nach 2 bis 3 Jahren als Speisefisch vermarktet werden.
Die Laichzeit liegt zwischen Mai und Juli. Für die Paarung benötigen Karpfen eine Wassertemperatur zwischen 18 und 20 Grad. Die Laiche werden in Uferregionen von Teichen oder ruhigen Flussabschnitten in Altwässern oder überschwemmten Wiesen abgelegt. Beim sog. Laichspiel treibt das Männchen das Weibchen. Dieses "Spiel" dient der Synchronisation der Laichbereitschaft. Nach dem Treiben stößt das Männchen mehrmals gegen die Flanke des Weibchens, das daraufhin die Eier abgibt. Das Männchen gibt nun seinen Samen hinzu, die Befruchtung findet also im Wasser statt. Je nach Größe und Alter legt das Weibchen ca. 1,5 Millionen Eier ab. Eier, die befruchtet sind, legen sich an Pflanzen an. Eine Brutpflege erfolgt nicht, die Elterntiere schwimmen nach dem Ablaichen sofort wieder in ihr ursprüngliches Gewässer zurück.